Die Yoga-Sutren von Patanjali
(Sutra bedeutet „Faden“)

Die Sutren von Patanjali, eine kurze Zusammenfassung der Praxis des Yoga, gingen aus der klassischen Periode der Yoga-Philosophie und Geschichte (200 bis 800 v.Chr.) hervor.

Sie geben einen Überblick über die Ziele, Philosophie und Struktur der Disziplin des Yoga und der Meditation. Sie sind eine Landkarte, die zeigt, wie der Mensch sich entwickeln kann, welche Möglichkeiten in jedem von uns immanent sind , wie sie erweckt und ins Bewusstsein gebracht werden können.

üie 8 Arme (Ashtanga) des Yoga, die essentiell sind für die Yogapraxis;
Kundalini Yoga beinhaltet alle Teile in jedem Sadhana (tägliche spirituelle Praxis)
und jeder vollständigen Übungsreihe:

  1. YAMA (Verhaltensregeln)
  2. NIYAMA (Selbstdisziplin)
  3. ASANA (Körperhaltung)
  4. PRANAYAMA (Atemführung)
  5. PRATYAHARA (Sinnenbeherrschung)
  6. DHARANA (Konzentration)
  7. DHYANA (Meditation)
  8. SAMADHI (Erleuchtung und Entspannung)

Kundalini Yoga und Humanologie gehen mit der von Patanjali betriebenen Integration konform. Im klassischen Yoga gibt es eine Tendenz, die Welt und Natur als profan und befleckt abzulehnen. Einige Schüler/innen verstehen dies als Bestätigung der Askese.

Kundalini Yoga versteht die Natur jedoch als ein heiliges Spiel des Ewigen; sie ist eine Schöpfung Gottes, des Künstlers.
Es ist der abschließende Übergang des Geistigen hin zu seiner dichtesten Form.

Der physische Körper besitzt die gleichen Elemente und Qualitäten, die auch die gesamte Schöpfung hervorbringen. Der Körper sollte als ein mit Schätzen gefüllter Tempel angesehen werden. Er besitzt die Fähigkeit, über die Atmung und Drüsensekrete den Geist zu beeinflussen.

Ein achtsamer Umgang mit dem Körper hilft dabei, inneres Wissen zu erlangen. Vernachlässigung des Körpers und schlechter körperlicher Zustand verwirren den Geist und sind gesundheitsschädlich.

Im Kundalini Yoga wird ein beständiges Gleichgewicht zwischen Gesundheit, Glück und Zufriedenheit angestrebt.

Die meisten Schriften und Forscher gehen davon aus, das Patanjali (पतञ्जलि) zwischen 800 und 300 v. Chr. lebte. Sein Geburtsdatum ist aber ebenso wie sein Beruf unbekannt. Man spricht von ihm mal als Arzt, mal als Lehrer oder Gelehrtem. Er verfasste das Yogasutra und gilt deswegen als Vater des Yoga.

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